Wer eine digitale B2B-Plattform einführen möchte, hat die Qual der Wahl: Vermeintlich „fertige“ Digital Experience Plattformen gibt es wie Sand am Meer, Anbieter für individuell entwickelte Plattformen auch. Wir finden: Alles hat seine Wer eine digitale B2B-Plattform einführen möchte, hat die Qual der Wahl: Vermeintlich „fertige“ Digital Experience Plattformen gibt es wie Sand am Meer, Anbieter für individuell entwickelte Plattformen auch.
Wir finden: Alles hat seine Berechtigung und je nach Einsatzgebiet, Vision und Anforderungen sind „buy“ oder „make“ sinnvoller. Unserer Erfahrung nach ist daher eine hybride Variante die sinnvollste für komplexe Kundenplattformen im B2B-Umfeld.
Individuallösung als Basis für Standard-Features
Um die Vorzüge der hybriden Variante voll auszuschöpfen, empfehlen wir eine individuell entwickelte Software-Lösung als Basis der Plattform. Diese bietet dann die Grundlage für mögliche Standardsoftware. So bleiben wir möglichst flexibel und landen in keinen Sackgassen.
Erfolgsmodelle aus der Praxis
Integration von Shopsystemen, Ersatzteilkatalogen, PIM Systemen, CRM oder Power Apps – wenn die Plattform individuell entwickelt wurde, kann man pro einzelnem Modul bzw. Feature erneut entscheiden, ob eine fertige Lösung integriert (buy), eine neuerliche individuelle Erweiterung programmiert werden soll (make) oder ob eine hybride Variante die Anforderungen am besten abdeckt.
Das kann zum Beispiel bedeuten:
| Buy | Make | Hybrid |
|---|---|---|
Fertiges externes Tool mittels iFrame einbinden;
| Frontend + Backend indivuell programmiert
| z. B.: Custom Frontend mit Backend eines externen Tools
|
z.B. Ersatzteilkatalog oder Shop bereits im Unternehmen im Einsatz -> wir binden diesen eins zu eins mittels iFrame ein. Login und Berechtigung wird mittels Single Sign on weitergereicht. Tool muss hier Schnittstelle liefern. | „Wünsch dir was“: Frontend und Backend des Moduls werden individuell programmiert; unabhängig von Toolherstellern; Aufbauen auf bestehenden Frontend Libraries ist möglich. | z. B.: Dokumentationssoftware bereits im Unternehmen im Einsatz. Wir greifen die fertigen Dokumentationen mittels Schnittstelle ab, integrieren diese seamless ins vorherrschende Frontend für ein einheitliches Look and Feel. |
In unserem Blogartikel über die beliebtesten Features von digitalen B2B-Plattformen zeigen wir Beispiele aus allen drei Varianten.
Die Frage bleibt nur noch: Wann entscheidet man sich für welche Option?
Buy, make or hybrid? Fragen zur Entscheidungsfindung
- Wie wichtig ist mir ein einheitlicher Look & Feel?
- Bin ich bereit Abstriche in puncto Usability zu machen?
- Wie gut ist die Funktionsabdeckung bei einem externen Tool?
- Ist das Feature/Modul in sich abgeschlossen oder werden einzelne Elemente daraus quer über die Plattform benötigt?
- Gibt es Synergien?
- Technische Rahmenbedingungen: Was empfiehlt und bietet der Toolhersteller hier an? (SSO, Headless, Schnittstellen)
Funktionsabdeckung, Usability und technische Rahmenbedingungen sind die wichtigsten Kriterien bei der Entscheidungsfindung. Reine Standardsysteme benötigen dahingehend eine besonders kritische Prüfung, damit im Nachhinein nicht erst recht wieder individuelle Lösungen dazu entwickelt werden müssen.
Auch vermeintliche Kleinigkeiten können bei der Auswahl entscheidend sein. Look & Feel einzelner Komponenten beeinflussen mitunter die gesamte Usability: Sehen beispielsweise Buttons, Tabellen oder Suchfelder in einem Modul oder Feature anders aus und verhalten sich anders, kann das für die Nutzer:innen verwirrend sein und abschreckend wirken. Die Plattform wirkt nicht aus einem Guss.
Zu guter Letzt sind bei neben den technischen Rahmenbedingungen ebenso die Kosten, sowohl initial als auch fortlaufend, zu beachten.
Erfolgsfaktoren am Weg zur nachhaltigen Plattform

Neben den wichtigen „Buy, Make or Hybrid“-Entscheidungen, gibt es unserer Erfahrung nach 5 wesentliche Erfolgsfaktoren am Weg zur perfekten B2B-Plattform:
Klare Vision, Zielsetzung & Priorisierung
Klingt einfach, ist es nicht: Projekte stehen und fallen damit, wer eine Vision mitträgt und wie sehr ein firmenweites Commitment dazu herrscht.
Eine umfassende komplexe Kundenplattform, die wirkliche Probleme löst und einen ROI bringt, ist schließlich eine strategische Verpflichtung. Dieses Bewusstsein und entsprechendes Alignment sind die Basis des späteren Erfolgs.
Nutzerzentrierung: Enger Austausch mit Nutzer:innen
Um eine Kundenplattform erfolgreich zu konzipieren und zu entwickeln, muss man sich die „Nutzer:innenbrille“ aufsetzen, wie wir bereits im ersten Teil dieser Blogserie erklärt haben. Von einer unternehmenszentrierten „Inside-Out-Denke“ in eine nutzerzentrierte „Outside-In“-Denkweise zu kommen, ist dabei die größte Challenge – und gleichzeitig essenziell.
Changemanagement: oftmals unterschätzt
Die Einführung eines neuen Tools erfordert möglicherweise eine Umstellung in Arbeitsabläufen oder User-Handlungen. Diese müssen von Anfang an mitbedacht und entsprechend vorbereitet werden. Nur so wird das neue Tool sowohl von Kund:innen als auch Mitarbeitenden akzeptiert und gern genutzt.
Einbindung aller Unternehmensbereiche
Eine der wichtigsten Change-Maßnahmen, ohne die auch das beste Konzept erfolglos bleiben wird, ist die Einbindung aller betroffenen Unternehmensbereiche. Die Optimierung der Digital Experience ist Teamsport. Hier sind Unternehmen im Vorteil, die sich im Sinne der Kundenzentrierung integriert aufstellen: Marketing, Vertrieb, Customer Service und IT müssen gemeinsam an der Optimierung der Kundenschnittstellen arbeiten.
Groß mitdenken, klein umsetzen
Damit es nicht bei einer großen Idee bleibt, ist es nötig, schnell in die Umsetzung zu kommen. Die Vision fungiert dabei als Leitplanke der Entwicklung und gibt Richtung sowie Rahmen vor. Alleine reicht sie aber nicht aus – ein sinnvoller, umsetzbarer Maßnahmenplan ist ebenso nötig. Wir empfehlen hier schnell mit Babysteps ins Doing zu kommen.
Unserer Erfahrung nach eignet sich dazu ein MVP am besten.
Das MVP als erstes Etappenziel erfolgreicher Kundenplattformen
Das Minimum Viable Product – das „kleinstes lauffähiges Produkt“ – ist eine erste Version mit den essenziellen Funktionen, die unbedingt nötig sind.
Wenn unser Problem, welches wir mit unserer Plattform lösen möchten, beispielsweise ist, von A nach B zu kommen, dann fangen wir an, ein Skateboard zu bauen. Und nicht direkt ein Auto – oder ein Rad eines Autos, mit dem niemand etwas anfangen kann.
Unsere Empfehlung hier: Am Anfang: Mut zur Lücke haben!
Es ist völlig in Ordnung, das MVP nur für bestimmte Produktgruppe, nur für bestimmte Kundengruppe oder nur für ein bestimmtes Land zu entwickeln. Eine Digital Experience Platform darf (und muss) sich mit der Zeit weiterentwickeln. Ein MVP ermöglicht einen sanften Einstieg in das Thema, der sowohl Fehlannahmen als auch ungenutzte Potenziale schnell sichtbar macht.
Wir unterstützen Sie gern bei der Entwicklung Ihres MVP, neuer Features oder der gesamten ganzheitlichen Umsetzung Ihrer digitalen Kundenplattform.




