Geschäftsproblem definieren
Fangen wir mal beim vermeintlich einfachsten an: die Definition unseres Geschäftsproblems. Wer sich schon mit Prompting auseinandergesetzt hat, weiß, dass das eine eigene Wissenschaft ist. Hier gilt es folgende Themen zu beachten:
- Seien Sie konkret, nichts verallgemeinern
- Bauen Sie den Geschäftskontext ein
- Benennen Sie das Ziel
- Wichtige Elemente (zum Beispiel Rollen, Prozesse etc.) auflisten
Wenn wir diese Punkte beachten, können wir den Prompt eingeben und den Plan generieren lassen

In unserem Fall erstellen wir eine einfache Digitalisierung eines Urlaubsantragsprozesses.
Vorschläge der KI-Agenten prüfen
Wenn der Plan generiert wird, formt sich eine Armee von KI-Agenten, die unser Problem analysiert und verschiedenste Dinge für uns generiert. Als erstes kommt der „Anforderungs-Agent“und erstellt Benutzeranforderungen. Diese kann man dann durchwinken oder bei Bedarf bearbeiten:

Dasselbe macht dann der Prozess-Agent:

Danach kommt der vermeintlich wichtigste Agent, der Daten-Agent. Dieser schlägt uns ein Datenmodell mit Beziehungen und Feldern vor. Hier ist tatsächlich meistens das erste Mal einzugreifen: Der Daten-Agent erstellt beispielsweise für „Mitarbeiter“ und „Manager“ eigene Tabellen, wobei hier die Benutzertabelle vollkommen ausreicht:

Gottseidank können wir hier also noch eingreifen und tauschen die Tabellen dementsprechend aus:

Wenn unser Datenmodell sauber ist, müssen wir noch die Technologie-Entscheidung treffen:

In unserem Fall macht es Sinn, die Anträge via einer Canvas App einzureichen und mittels Model-Driven freizugeben. Die Automatisierung im Hintergrund passiert mittels Power Automate Flow.
Speichern der Elemente
Wenn die Tabellen und die Technologie der Umsetzung klar sind, können wir unsere Elemente speichern:

Besonders charmant ist die Möglichkeit, die ganzen Komponenten in eigene Solutions zu speichern:

Begutachten der Lösungen
Zur Einreichung von Urlaubsanträgen bekommen wir nun folgende App geboten:

Für die Wartung und Freigabe der Anträge bekommen wir eine Model-Driven App:

Die Automatisierung im Hintergrund schaut wie folgt aus:

Limitierungen und Stolpersteine
So hilfreich die „Pläne“-Funktion auch ist – sie ersetzt kein vollständiges Anforderungsmanagement. Die automatisch generierten Vorschläge basieren stark auf der Qualität des eingegebenen Prompts. Unklare oder zu knappe Beschreibungen führen oft zu unpassenden Ergebnissen. Zudem kann es vorkommen, dass die erzeugten Apps oder Flows nicht alle Unternehmensanforderungen abbilden – beispielsweise bei komplexen Rollenlogiken, mehrstufigen Freigabeprozessen oder spezifischen Datenschutzanforderungen. Auch bei der Datenstruktur gilt: Die generierten Tabellen sind ein guter Startpunkt, müssen aber häufig nachträglich angepasst werden, um den eigenen Standards oder bestehenden Systemen zu entsprechen. Wer also mit „Plänen“ arbeitet, sollte bereit sein, die Vorschläge als Grundlage zu sehen – nicht als fertige Lösung.
Fazit
Die „Pläne“-Funktion in Power Apps ist ein beeindruckendes Werkzeug, um schnell von einer Idee zu einem funktionsfähigen App-Entwurf zu gelangen – besonders für Business-User ohne Programmierkenntnisse. Sie bietet eine starke Grundlage, ersetzt aber keine individuelle Anpassung. Wer sie gezielt einsetzt, kann viel Zeit sparen und schneller zur produktiven Lösung kommen.
Wir von smartpoint stehen ihnen gerne beratend zur Verfügung!




