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Achtung DSGVO-Falle: Microsoft ersetzt das bestehende Captcha in Dynamics Marketingformularen

12.Februar 2026 · 4 min Lesedauer

Patrick Bammer

Head of Customer Engagement

Mit dem aktuell Februar-Release von Dynamics 365 Customer Insights kündigt Microsoft eine wichtige Änderung an, die für alle Marketing-Teams und Website-Betreiber hohe Relevanz besitzt:

Das bisher bestehende HIP Captcha wird durch Google reCAPTCHA ersetzt.

Die Abschaffung (Deprecation) erfolgt bereits im März 2026, und ab 30. Juni 2026 wird das bisherige HIP Captcha vollständig aus dem Produkt entfernt. Unternehmen, die Marketingformulare in Dynamisc 365 Customer Insights nutzen, sind daher jetzt gefordert.

Warum das relevant ist

Was auf den ersten Blick nach einer rein technischen Änderung aussieht, kann massive Auswirkungen auf Datenschutz, Consent-Management und Compliance haben.

Denn: Mit der Nutzung von Google reCATCHA werden personenbezogene Daten an Google übertragen und es wird ein Cookie gesetzt.

Das bedeutet: Einwilligungspficht – und damit Anpassungen im Consent-Tool und in der Datenschutzerklärung.

Das bisherige HIP Captcha

Das HIP (Human Interaction Proofs) Captcha war eine von Microsoft eigens entwickelte Captcha-Lösung, die keine externe Datenübertragung auslöst. Verwendet wurde das HIP Captcha in diversen Microsoft-Diensten und Cloud-Anwendungen, wie Dynamics 365 oder Power Pages, um automatisierte Zugriffe von Bots zu blockieren und sicherzustellen, dass eine Aktion wirklich von einem Menschen kommt. Für viele Organisationen war es daher ein datenschutzfreundlicher Bestandteil der Marketingformulare in Dynamics.

Abb. 1: bisheriges HIP Captcha

Das (neue) Google reCAPTCHA

Was ist Google reCAPTCHA?

Google reCAPTCHA ist ein kostenloser Dienst von Google, der Webseiten dabei hilft zu erkennen, ob eine Interaktion von einem Menschen oder von einem automatisierten Programm stammt. Ziel ist es, Webseiten vor Spam, Bots und missbräuchlichen Zugriffen wie automatisierten Formularanfragen oder Angriffen zu schützen.

Welche Daten verarbeitet Google reCAPTCHA?

Google reCAPTCHA nutzt technische und verhaltensbezogene Informationen, um automatisierte Zugriffe zu erkennen und Webseiten vor Missbrauch zu schützen. Dafür werden folgende Daten vom Nutzer abgerufen:

  • IP-Adresse
  • Browser- und Geräteeinstellungen
  • Cookies
  • Nutzungs- und Verhaltensdaten
  • Installation von Browser Plugins

Abb. 2: Google reCAPTCHA

Was jetzt zu tun ist

  1. Prüfen, ob Captchas überhaupt eingesetzt werden

    Nicht jedes Formular benötigt zwingend ein Captcha. Checken Sie deshalb alle Ihre Newsletter-, Event- und Lead-Formulare.

  2. Evaluieren, ob ein Captcha weiterhin erforderlich ist

    Einige Botschutz-Mechanismen können zum Beispiel über Ratenbegrenzung oder serverseitige Validierung abgebildet werden – ohne zusätzliche Cookies von Captchas.

  3. Wenn ein Captcha notwendig ist – rechtliche Bewertung von reCAPTCHA

    Sollten Sie weiterhin Captcha verwenden, muss vor der Verwendung eine rechtliche Bewertung erfolgen, denn wenn Google reCAPTCHA genutzt wird muss:

    • Es im Consent-Tool integriert werden, da ein Cookie gesetzt wird
    • Die Datenschutzerklärung erweitert werden, da personenbezogene Daten gesammelt werden
    • Geprüft werden, ob eine Einwilligungspflicht nach DSGVO besteht

Datenschutzfreundliche Alternative: Friendly Captcha

Um Datenschutzfragen effizient abzudecken und Formulare effektiv gegen Bots absichern zu können, setzen wir bei smartpoint in unseren eigenen Projekten sowie in Marketingprojekten unserer Kunden erfolgreich auf Friendly Captcha – eine europäische Lösung, die:

  • keine personenbezogenen Daten sammelt,
  • ohne Tracking-Cookis auskommt,
  • effektiven Schutz vor Bots bietet und
  • die Nuter:innen auf höchstem Datenschutzniveau schützt.

Die Integration von Friendliy Captcha in Dynamics 365 Customer Insights ist unkompliziert und kann auch für bestehende Formulare nachgerüstet werden.

Abb. 3: Integration Friendly Captcha

Fazit: Ein unbedachter Wechsel des Captchas kann zum DSGVO-Risiko werden

Die automatische Umstellung auf Google reCAPTCHA ist keine rein technische Produktänderung, sondern eine potenzielle DSGVO-Falle.

Unternehmen sollten:

  • ihre Formulare prüfen,
  • den Einsatz von Captchas bewusst entscheiden,
  • und datenschutzkonforme Alternativen evaluieren.

smartpoint unterstützt Sie gerne bei der Analyse, Auswahl und Integration in Ihre Dynamics Marketingformulare!

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Beate Bergsmann

Marketing Manager
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