Künstliche Intelligenz im Rampenlicht: Copilot & Agentic Systems
Wie auf fast jeder aktuellen Tech-Konferenz stand auch in Wien das Thema Künstliche Intelligenz im Zentrum. Besonders im Fokus: Copilot und die neuen Fabric Agents.
Live-Demos zeigten, wie sich mit den Agent-Features Multi-Agent-Systeme aufbauen lassen – inklusive Integration mit AI Foundry. Beeindruckend war vor allem, dass Fabric Agents direkt auf Daten aus OneLake zugreifen und diese flexibel in Teams, Copilot Studio oder andere Anwendungen einbinden können.
Fabric Data Agent: Q&A über Unternehmensdaten
Ein Highlight war der Fabric Data Agent, der den „agentic approach“ sehr praktisch erlebbar machte:
- Fragen in natürlicher Sprache greifen direkt auf Daten aus OneLake, Warehouses, Lakehouses oder Power BI Semantic Models zu.
- Der Agent nutzt Azure OpenAI-APIs, versteht die Fragestellung, wählt automatisch die passende Datenquelle und erstellt die Abfrage (SQL, DAX oder KQL).
- Ergebnisse werden verständlich und kontextreich zurückgegeben – ohne dass User selbst Queries schreiben müssen.
Besonders stark: Unternehmen können den Data Agent anpassen, etwa durch eigene Instruktionen, Beispiele oder Regeln. So lassen sich etwa Fragen zu Finanzkennzahlen gezielt auf ein Semantic Model routen, während explorative Abfragen automatisch im Lakehouse landen.
Damit wird der Data Agent zu einem Brückenbauer: Auch Fachbereiche ohne tiefes technisches Wissen können präzise Antworten erhalten – was die Datenkultur im Unternehmen stärkt und Self-Service Analytics auf ein neues Level hebt.
Copilot als echter Beschleuniger
Auch der Fabric Copilot hat mittlerweile einen Reifegrad erreicht, der in der Praxis echten Mehrwert liefert. Ob beim Schreiben von PySpark-Code, beim Modellieren in Power BI oder beim Erstellen komplexer DAX-Abfragen – die Demos haben gezeigt, dass sich mit den richtigen Prompts heute bereits Ergebnisse erzielen lassen, die produktiv nutzbar sind. Was vor einem Jahr noch als „Experiment“ wirkte, ist nun ein Werkzeug, das Data Teams spürbar entlastet. Besonders hilfreich ist dabei auch der neue Performance Analyzer direkt im Web, mit dem sich Berichte ohne Power BI Desktop analysieren und optimieren lassen – ein weiterer Schritt, der Power BI im Browser deutlich aufwertet.
Neue AI Functions: Daten transformieren und anreichern
Neben Copilot und den Fabric Agents wurde in Wien auch ein weiteres Highlight vorgestellt: die neuen AI Functions in Microsoft Fabric (Preview). Damit können Entwickler:innen, Analyst:innen und sogar Business User ihre Daten mit nur einer Codezeile durch Generative AI transformieren und anreichern – direkt in pandas oder PySpark Workflows.
Einige Beispiele:
- ai.similarity – prüft, ob Texte semantisch zusammenpassen (z. B. Kundenfeedback vs. Produktkategorien)
- ai.classify – kategorisiert Texte nach frei wählbaren Labels
- ai.analyze_sentiment – erkennt die Stimmung in Kundenrezensionen
- ai.extract – zieht gezielt Entitäten wie Namen, Orte oder Organisationen aus Texten
- ai.fix_grammar – korrigiert Rechtschreibung und Grammatik
- ai.summarize – fasst lange Texte automatisch zusammen
- ai.translate – übersetzt Texte in andere Sprachen
- ai.generate_response – erstellt individuelle Texte auf Basis eigener Prompts (z. B. Marketing-Slogans)
Diese Funktionen sind sofort in Fabric integriert, benötigen kein komplexes Setup und erweitern Datenpipelines intelligent – ob für Datenqualität, Kundenanalysen oder Reports.
Semantic Link: Brücke zwischen Business und Data Science
Mit Semantic Link verbindet Fabric semantische Modelle aus Power BI direkt mit der Synapse Data Science-Umgebung.
Damit können Data Scientists auf die in Power BI enthaltene Geschäftslogik – inklusive Measures, Beziehungen und Metadaten – zugreifen, ohne sie neu implementieren zu müssen. Umgekehrt lassen sich Ergebnisse aus Data-Science-Workflows mit Spark wieder in OneLake speichern und per Direct Lake in Power BI zurückspielen.
Semantic Link erleichtert so die Zusammenarbeit zwischen Business Analysts und Data Scientists, reduziert Fehler und beschleunigt Analysen – ein wichtiger Schritt, um domänenübergreifend konsistente Datenmodelle zu nutzen.
Fabric als zentrale Datenplattform
Ein weiteres großes Thema war auch die Datenintegration – insbesondere die Anbindung von SAP-Systemen in Fabric. Diese spielt eine Schlüsselrolle, um Fabric als unternehmensweite Datenplattform zu etablieren.
Spannend war zudem die Vorstellung der Fabric Database Workload, die transaktionale und analytische Datenwelten zusammenführt. Ergänzt durch Reverse ETL lassen sich angereicherte Daten nahezu in Echtzeit zurück in operative Systeme spielen.
Open Mirroring: Daten in Echtzeit replizieren
Mit der Weiterentwicklung des Mirroring lassen sich Datenquellen wie Azure SQL, Databricks, Google BigQuery, PostgreSQL, Snowflake, SQL-Server oder Oracle mit wenigen Klicks nach OneLake replizieren.
Das neue Open Mirroring erweitert die Möglichkeiten: Eigene Anwendungen oder Drittanbieter-Tools können Datenänderungen direkt in Fabric spiegeln. Da alles auf dem offenen Delta Lake-Format basiert, stehen die Daten nahezu in Echtzeit analytics-ready bereit – ohne komplexes ETL.
Fabric entwickelt sich so immer stärker zur zentralen Drehscheibe für Unternehmensdaten.
Power BI im Browser wird erwachsen
Nicht zuletzt durften sich die Power BI-Fans freuen: Die Power BI-Capabilities im Browser wurden massiv erweitert. Damit ist es erstmals möglich, nahezu den vollen Funktionsumfang von Power BI Desktop direkt im Browser zu nutzen – ein Gamechanger, gerade auch für Mac-User.
Fazit: Microsoft Fabric auf der Überholspur
Die FabCon 2025 hat gezeigt: Microsoft Fabric entwickelt sich in rasantem Tempo weiter – mit klarer Ausrichtung auf AI-gestützte Datenarbeit und einer konsequenten Strategie, Fabric als zentrale Datenplattform in Unternehmen zu etablieren.
Für uns bei smartpoint ist klar: Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, gemeinsam mit unseren Kund:innen den nächsten Schritt in Richtung moderne Data & Analytics Plattform zu gehen.
Ob Proof-of-Value, SAP-Integration oder der Einsatz von Copilot im täglichen Analytics-Prozess – wir bringen unsere Projekterfahrung und die neuesten Insights der Konferenz mit, um den Mehrwert von Fabric schnell und praxisnah greifbar zu machen.
Wenn Sie an der Einführung von Microsoft Fabric als Datenplattform in Ihrem Unternehmen interessiert sind, kontaktieren Sie uns gerne!




