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Power Platform: Das steckt in der Release Wave 1 2026

30.März 2026 · 6 min Lesedauer

Carina Schatz

Power Platform Consultant

Die erste Welle des Jahres ist vollgepackt mit neuen Features. Starke Funktionen erwarten uns in Power Automate und Copilot, während die Neurungen in Power Apps etwas zurückhaltender ausfallen. Wir haben einige Funktionen hervorgehoben, die für die Praxis besonders nützlich erscheinen.

Neuigkeiten in Power Automate

Erweiterte Inline-Funktion im neuen Cloud-Flow-Designer

Ohne die Inline-Funktion muss jeder Schritt einer Action im Flow separat ausgewählt werden, um die Konfiguration bzw. Werte auszulesen. Sollen die Werte mit einem weiteren Schritt verglichen werden, öffnet sich dieser im Seitenpanel – der vorherige Schritt ist nicht mehr sichtbar. Aus diesem Grund führt Microsoft die Inline-Funktion ein. Mehrere Schritte einer Action können gleichzeitig angezeigt werden. Dies gilt sowohl während der Erstellung als auch während eines Flow-Runs. Das Feature wird automatisch aktiviert. Die allgemeine Verfügbarkeit ist mit Juni 2026 angegeben.

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Prozess-Lizenz geteilt mit mehreren Flows

Um Kosten zu reduzieren und Lizenzzuweisung zu optimieren stellt Microsoft die Funktion des Gruppierens von Flows zur Verfügung. Damit kann die Kapazität von Prozess-Lizenzen mit bis zu 25 Cloud-Flows geteilt werden.
Um dieses Feature zu nutzen, müssen bestimmte Anforderungen erfüllt sein. Die betroffenen Cloud-Flows müssen in einer Solution gespeichert sein. Nutzer:innen benötigen Maker-Berechtigungen im Environment. Weiters müssen Power Automate Prozess-Lizenzen im Environment bereitstehen. Eine Prozess-Lizenz kann unabhängig von Benutzerlizenzen angewandt werden, sodass viele Personen einen Flow nutzen können, ohne eine eigene Premium-Lizenz zu haben. Die allgemeine Verfügbarkeit wird im April 2026 sein.

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Wiederherstellung von versehentlich gelöschten Flows

Sollte ein Power Automate Flow versehentlich gelöscht werden, wird es nun die Möglichkeit geben, diesen selbst wiederherstellen zu können. Die Voraussetzung dazu ist, dass es innerhalb eines festgelegten Zeitraums passiert. Dadurch können Teams wertvolle Zeit sparen, da es nicht mehr notwendig sein wird, sich in diesem Fall beim Kundensupport zu melden. Bei diesem Feature teilen sich öffentliche Vorschau und allgemeine Verfügbarkeit das Erscheinungsmonat: Juni 2026.

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Neuigkeiten in Power Apps

Aktivierung des Onlinemodus in Canvas-Apps

Die öffentliche Vorschau dieser Neuerung beginnt im April 2026. Dann kann das Wechseln zwischen Offline und Onlinemodus getestet werden. Sobald man den Onlinemodus aktiviert hat, erhält man Echtzeitupdates – die Wartezeiten auf Synchronisierung sind vorbei. Standardmäßig ist die Einstellung des Onlinemodus deaktiviert. Wird diese Einstellung aktiviert, kann ein Wechsel von Offline zu Online erfolgen. Beim nächsten Öffnen der App wird mit dem zuletzt gewählten Modus fortgesetzt. Wird der Onlinemodus gewählt, jedoch besteht keine Netzwerkverbindung, wird der Benutzer aufgefordert, in den Offlinemodus zu wechseln. Allgemeine Verfügbarkeit gilt ab Mai 2026.

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Neuerungen zu Branding-Apps

In White-Label-Apps werden ab März 2026 in der öffentlichen Vorschauversion Push Benachrichtigungen über den Power Apps Mobile-Player unterstützt. Entwickler:innen haben die Möglichkeit die Benachrichtigungen mit Erstellen eines Flows, einer Konfigurationsdatei sowie das Festlegen einer Zielgruppe einzustellen. Allgemein verfügbar wird es dies ab April 2026 geben.

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Vor der folgenden Neuerung war es nötig, Apps mit Azure Blob Storage zur Verfügung zu stellen. Nun können benutzerdefinierte Apps – die Binärdateien (APK, IPA oder AAB) - direkt von Dataverse heruntergeladen werden. Die Funktion ist standardmäßig aktiviert. Dataverse muss als Speicheroption ausgewählt werden, um die App abrufen zu können. Allgemein verfügbar ist die Neuerung im April 2026.

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Aktualisierung von modernen Steuerelementen

Folgende moderne Steuerelemente in Canvas Apps bekommen ein Update: Text, Number Input, Date Picker, Text Input, Tab List, Combo Box, Radio, Link, Info Button. Beispielsweise wurde beim Text-Steuerelement ein OnSelect-Event hinzugefügt und DisplayMode entfernt. Beim Date Picker wird nun besser auf Zeitzonen Rücksicht genommen und der Gallery-Crash-Bug wurde gefixt. In bestehenden Apps können die Steuerelemente direkt im Eigenschaftenbereich aktualisiert werden. Verfügbar sind die Neuerungen ab Februar 2026.

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Neuigkeiten in der Governance - Power Platform Admin Center

Zentrale Nutzungsanalyse für die Power Platform

Die Seite „Nutzung“ stellt eine neue, verlässliche und produktinterne Analysefunktion im Power Platform Admin Center dar. Sie liefert präzise Nutzungsmetriken für Power Apps, Power Automate und Copilot Studio und bietet sowohl tägliche als auch monatliche Auswertungen inklusive Trendlinien. Damit werden auch vielgenutzte Ressourcen hervorgehoben, sodass Organisationen direkt sehen können, wo ein Mehrwert liegt.
Im Detail können folgende Metriken abgelesen werden:

  • Am häufigsten verwendete Ressourcen (Apps, Flows, Agents)
  • Nutzer:innen insgesamt, Nutzer:innen pro App sowie täglich aktive Nutzung
  • Gesamtanzahl von Flow Runs, Anzahl der Flow Runs pro Flow
  • Nutzung von Copilot Studio Agents

Dieses Feature gibt es seit Februar 2026 in der öffentlichen Vorschauversion. Allgemein verfügbar wird es im Juni 2026 sein.

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Erkennung von Problemen bei Resourcen der Power Platform

Mit der öffentlichen Vorschauversion ab Mai 2026 können im Power Platform Admin Center erweiterte Warnungen erstellt werden. Damit kann nicht nur alle 24 Stunden eine Warnungsüberprüfung ausgeführt werden, sondern eine 1-Stunden-Häufigkeit definiert werden. Somit können Beeinträchtigungen noch schneller erkannt werden. Weiters können hiermit Ausfallzeiten und Kosten, die durch fehlerhafte Prozesse entstehen, reduziert werden. Im Konfigurationsmenü der Warnungen sind Metriken mit einstündiger Auswertungshäufigkeit an einem grünen Symbol zu erkennen. Wichtig zur Einrichtung ist auch, dass die Einstellung für Analysen auf Tenant-Ebene im Admin Center aktiviert ist. Das Erstellen von Warnungen/Alerts ist für managed Environments vorbehalten.

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Apps aus dem Default-Environment verschieben

Apps im Default-Environment sind nach wie vor eine Herausforderung in vielen Organisationen. Um Compliance-Richtlinien besser durchzusetzen, bietet diese Neuerung nun die Funktion des Verschiebens von Apps aus dem Default-Environment in ein managed Environment. Im Power Platform Admin Center können die aufgelisteten Canvas-Apps und SharePoint-Formulare aus dem besagten Environment in das gewünschte Ziel migriert werden. Darüber hinaus soll man auch bestimmen können, wie mit der ursprünglichen App umgegangen werden soll – bleibt sie unverändert, wird sie gesperrt oder gelöscht. Es lässt sich sagen, dass dieses Feature sich als sehr praktisch erweisen könnte in Betracht auf Governance und Sicherheit. Allerdings mit der Betonung darauf, dass dies bis jetzt nur mit managed Environments funktioniert. Diese Funktion gibt es bereits seit Ende Januar 2026 in der öffentlichen Vorschau. Die allgemeine Verfügbarkeit soll mit April 2026 stattfinden.

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Verwalten des Gastzugriffs auf ein Environment

Bereits seit 18. November 2024 befindet sich dieses Feature in der öffentlichen Vorschauversion. Nun soll mit Mai 2026 die Zugriffsverwaltung von Gästen in die allgemeine Verfügbarkeit übergehen. Konkret handelt es sich hier um eine Einstellung auf Environment-Ebene. Gastzugriff kann verweigert oder zugelassen werden. Wenn der Zugriff verweigert wird, können Gäste keine Apps oder Flows verwenden bzw. keine neuen API-Aufrufe tätigen. Der Gast ist sozusagen vom Environment blockiert.

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Neuigkeiten zu Copilot und KI-Funktionen

Copilot gewinnt immer mehr an Bedeutung und entwickelt sich laufend weiter. So werden Trigger in Copilot Studio nun als eigene Funktion behandelt. Vom Erstellen bis hin zum Testen oder Löschen ist die Verwaltung direkt möglich. Trigger, die auf Power Automate basieren, bleiben unverändert. Im Trigger können zusätzlich die Anmeldeinformationen des Users angegeben werden, sodass der Agent im Auftrag dieser Daten arbeitet. Die Öffentliche Vorschauversion gibt es seit März 2026 und ab Mai 2026 wird es die allgemeine Verfügbarkeit geben.

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Ein weiteres Feature nennt sich „Computer Use“ und ermöglicht eine Interaktion zwischen dem Agenten und z.B. Websites oder Desktop-Anwendungen. User-Eingaben, wie etwa das Drücken von Buttons oder das Eingeben von Text werden von Copilot ausgeführt. Dabei wird bei der Konfiguration statt einer Programmierung in natürlicher Sprache erklärt, was genau erwartet wird. Im Mai 2026 wird diese Funktion allgemein verfügbar sein.

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Im Seitenbereich in modellgesteuerten Apps können nun Agenten in einer eigenen Ansicht überwacht werden. So können Entscheidungen des Agenten durch menschliche Einsicht besser nachvollzogen werden. Bei Sonderfällen kann die Ausführung auch vorher blockiert werden. Bereits seit 7. August 2025 kann die Funktion in der öffentlichen Vorschauversion getestet werden.

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Fazit

Ein deutliches Highlight sind die neuen Funktionen im Power Automate Cloud Designer, welche Erstellungs- und Wartungsprozess vereinfachen können. Aber auch im Punkt Governance zeigt die Release Wave 1 2026, wie wichtig Transparenz und Kontrolle für moderne Organisationen geworden sind. Von zentralen Nutzungsanalyse bis hin zum Verschieben von Apps aus dem Default-Environment ist einiges dabei. Der Schwerpunkt bewegt sich auch immer mehr in Richtung KI – die Funktionen werden definierter und legen auch hier Wert auf verbesserte Überwachung.
Spannend wird, welche Neuerungen die Release Wave 2 2026 bereithält – wie gewohnt werden wir uns diese ebenfalls genau ansehen.

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Beate Bergsmann

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