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Warum so viele Data‑Analytics‑Projekte scheitern – Part 2: Die Planung

Viele Datenprojekte scheitern nicht an der Umsetzung, sondern daran, dass zu Beginn nicht klar ist, welche Entscheidungen überhaupt unterstützt werden sollen.

11.Juni 2026 · 3 min Lesedauer

Peter Rupp

Head of Data Analytics

Im ersten Beitrag der Blogreihe haben wir gezeigt, warum viele Data‑Analytics‑Initiativen trotz solider technischer Umsetzung ihre Wirkung im Alltag verfehlen und ein zentraler Grund dafür entsteht gleich ganz am Anfang, beim Start des Projekts. Genauer gesagt: in der Art, wie geplant wird.

Viele Vorhaben starten mit einer Lösung: Power BI, ein neues Data Warehouse, eine moderne Plattform. Diese Entscheidungen sind meist gut gemeint und oft auch sinnvoll. Das eigentliche Entscheidungsproblem, das gelöst werden soll, bleibt dabei jedoch unscharf.

Es wird schnell klar, was eingeführt werden soll, aber nicht hinterfragt warum und für wen.

Gute Planung beginnt deshalb nicht bei Architektur, Toolauswahl oder Roadmaps. Sie beginnt bei Menschen und Entscheidungen. Im ersten Gespräch geht es nicht darum, welche Systeme im Einsatz sind oder welche Plattform „richtig“ ist. Es geht darum zu verstehen, wo Entscheidungen heute scheitern. Wer trifft sie? Wie häufig? Mit welchem Risiko? Und vor allem: Welche Informationen fehlen dabei wirklich?

Ein einfaches Beispiel aus der Praxis

Ein Management‑Team wünscht sich „ein zentrales Reporting“. Schnell entstehen dazu erste Ideen: Kennzahlen, Dashboards, automatisierte Aktualisierung – oft auch mit dem Wunsch, zukünftige Entwicklungen besser vorherzusehen oder Entscheidungen stärker datenbasiert zu unterstützen.

Doch erst im Gespräch zeigt sich oft, dass es nicht um ein umfassendes Berichtswesen geht, sondern um eine ganz konkrete Situation: Monatszahlen kommen zu spät, Abweichungen werden zu spät erkannt, und Maßnahmen werden deshalb erst mit Verzögerung gesetzt.

Die eigentliche Anforderung ist nicht „mehr Reporting“, sondern dass relevante Zahlen rechtzeitig vorliegen, Abweichungen früh sichtbar werden und schneller reagiert werden kann

In einem anderen Fall fordert ein Fachbereich ein neues Data Warehouse, weil Berichte manuell erstellt werden. Bei genauerem Hinsehen stellt sich heraus, dass nur wenige Kennzahlen regelmäßig genutzt werden, diese aber immer wieder anders interpretiert werden. Das Problem liegt weniger in der Datenhaltung als in fehlenden Definitionen und unklaren Entscheidungsprozessen. Ohne diese Klärung würde auch ein neues Warehouse das Problem nicht lösen.

Was gute Planung wirklich leistet

Genau hier zeigt sich der Wert sauberer Planung. Erst wenn klar ist, welche Entscheidungen unterstützt werden sollen und welche Informationen dafür fehlen, lässt sich sinnvoll festlegen, was überhaupt gebaut werden soll und was nicht. Planung bedeutet in diesem Kontext nicht, jede Detailfrage vorab zu beantworten. Es geht darum, früh ein gemeinsames Verständnis zu schaffen: Worum es wirklich geht, wo der Fokus liegt und wann eine Lösung als hilfreich gilt.

Dazu gehört auch eine realistische Einordnung des Projekts. Geht es um Strategie oder um konkrete Umsetzung? Um schnelle Wirkung oder um langfristigen Aufbau? Um eine datenaffine Organisation oder um Bereiche, die bisher kaum mit Analytics gearbeitet haben? Diese Fragen bestimmen Vorgehen, Tiefe und Tempo. Ein Projekt, das schnelle Ergebnisse liefern soll, braucht ein anderes Setup als ein langfristiger Plattformaufbau.

Fazit: Planung entscheidet über Erfolg

Gute Planung ist deshalb kein Zeitverlust. Sie verhindert spätere Reibung, unnötige Nacharbeit und teure Korrekturen. Sie sorgt dafür, dass Umsetzer wissen, für wen sie bauen und was Erfolg bedeutet. Gleichzeitig fühlen sich Fachbereiche ernst genommen, weil ihre Entscheidungsrealität von Beginn an berücksichtigt wird.

An diesem Punkt entscheidet sich aus unserer Erfahrung sehr häufig, ob ein Datenprojekt später den gewünschten Impact entfaltet oder nicht. Wer hier sauber arbeitet, reduziert nicht nur Risiken, sondern schafft die Grundlage für alles, was danach kommt: verständliche Anforderungen, pragmatische Zusammenarbeit und letztlich effiziente und zufriedenstellende Nutzung im Alltag.

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